Eiffel - ein Sprungbrett

Der Eiffelstipendiat Romel Bhattacharjee kam für 10 Monate nach Frankreich, um seine Forschung im ICube-Labor der Universität Straßburg durchzuführen. Als einziger Doktorand an der Universität, der von dem Programm profitiert, will der Spezialist für Biomedizintechnik diesen Austausch maximal nutzen, der zu einer wesentlich längeren Zusammenarbeit führen könnte.

Romel Bhattacharjee. Photo DR

Romel Bhattacharjee schreibt seine Doktorarbeit seit 2015 an der "School of Biomedical Engineering" des Indian Institute of Technology (IIT-BHU) in Varanasi, einem der Kompetenzzentren des Landes im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Sein Thema? Formbare Verlagerung (einschließlich Image Mapping) und Zusammenführung von 3D-Bildern aus verschiedenen medizinischen Bildgebungsverfahren (MRT, Scanner, Ultraschall...)

„Das Ziel dieser Arbeit ist es, bestehende Probleme zu beseitigen, indem schnellere, nicht starre Algorithmen entwickelt werden, die Techniken des Deep Learning unter Einsatz von neuronalen Faltungsnetzwerken (CNNs) verwenden, die in der Lage sind, Bilder mit minimalem Fehler aufzunehmen und zusammenzuführen. Dies wird zu einer zukünftigen Entwicklung von Hilfsmitteln für die bildgeführte Chirurgie führen." Ein herausforderndes Thema, das trotz vieler Arbeiten seit den 90er Jahren offene wissenschaftliche Fragen in klinischen Situationen aufwirft.

Globale Zusammenarbeit

Auf der Suche nach einer internationalen Möglichkeit für ein Auslandsstudium entdeckte der junge Mann das Eiffelprogramm. „Ich suchte dann nach einem Labor in meinem Fachgebiet und entdeckte das Forschungsteam Images, Modeling, Learning, Geometry and Statistics von ICube. Ich war schon einmal in Frankreich, in Paris, ich hatte die Kultur des Landes geschätzt", erzählt der 27-jährige Doktorand auf Englisch, der sich entscheidet, sein Glück zu versuchen.

Fabrice Heitz, stellvertretender Direktor des ICube-Labors, wusste um die Exzellenz und Selektivität des IIT in Indien und zögerte nicht lange, die Mitbetreuung der Doktorarbeit des jungen Mannes zu übernehmen. Eine Bewerbung im Einklang mit den Aktivitäten des Teams des anerkannten Labors auf dem Gebiet der medizinischen Bildregistrierung, an der es seit mehr als 20 Jahren arbeitet und die eine nachhaltige internationale Zusammenarbeit mit dem IIT von Varanasi ermöglicht.

Unterschiedliche Techniken

Romel Bhattacharjee kam im vergangenen September nach Frankreich und hat nunmehr Zugang zu anderen Bildgebungstechniken als den in Indien genutzten. „Was ich auch schätze ist, dass es hier in den Labors mehr Berührungsebenen mit Assistenten, Forschern, Forschungsingenieuren... gibt, dass man mit den Leuten direkter über sein Thema sprechen kann. In Indien gibt es nur unseren Vorgesetzten, der sein Bestes tut, um für uns neben seiner akademischen und pädagogischen Arbeit Zeit zu haben."

Ein weiterer Unterschied: „In Frankreich habe ich mit dem Eiffel-Programm mehr Zeit, mich in mein Projekt einzubringen. In Indien musste ich 8 Stunden pro Woche arbeiten, um andere Studenten zu begleiten", betont der Doktorand, der bei seiner Ankunft ein völlig anderes urbanes Umfeld entdeckte, ruhiger und mit weniger Verkehr. Romel Bhattacharjee wird voraussichtlich bis Juli in Straßburg bleiben, aber er erwägt bereits als Postdoc hierher zurückzukehren. In der Zwischenzeit plant der junge Mann die Teilnahme an einem Kursprogramm um Französisch lernen.

Das Eiffelstipendium in Kürze

Important information

Das vom Campus France verwaltete und vom Ministerium für Europa und Außenpolitik entwickelte Eiffel Excellence Scholarship Programm ermöglicht es französischen Hochschulen, die besten ausländischen Studierenden für Master- und Doktoratsstudiengänge zu gewinnen. Nicht zu vergessen die Ausbildung zukünftiger ausländischer Entscheidungsträger aus dem privaten und öffentlichen Sektor in Schwerpunktstudiengängen und die Förderung von Bewerbungen von Studierenden aus Schwellenländern bis 30 Jahre für das Masterstudium und bis maximal 35 Jahre für die Promotion. Dies alles in den Bereichen Recht, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft und Management sowie Politikwissenschaft. Etwa fünfzig Bewerbungen werden jedes Jahr auf nationaler Ebene ausgewählt.

In Straßburg werden die Eiffel-Doktorandenstipendien vom internationalen Büro des Doktorandenkollegs und die Eiffel-Masterstipendien von der Direktion Internationale Beziehungen verwaltet. In diesem Jahr wurde auf jeder Ebene ein Studierender begrüßt. Die Ausschreibung für das Programm für das Studienjahr 2019 / 2020 wurde im vergangenen Oktober gestartet.